Kita "Spatzennest"

Eltern

Elternbriefe

"Reif" für die Schule

Eine so kurze, aber doch so wichtige und vor Allem entscheidende Frage beschäftigt Jahr für Jahr viele Eltern und deren Kinder! Uns ging es auch so.

Als ich mit Arik im Januar 2016 zur Schulanmeldung ging, hatte ich ein mulmiges und teilweise ungutes Gefühl, was ich bei dem Anmeldetermin mit unserem ältesten Sohn Aron damals nicht hatte.

Arik war zum Zeitpunkt der Schulanmeldung gerade 5 Jahre und 4 Monate alt.

Er war körperlich und geistig reif für sein Alter, aber das allein war für uns nicht ausschlaggebend.

Arik war zu diesem Zeitpunkt eher schüchtern, zurückhaltend, sensibel und traute sich selbst nur wenig zu.

Wir hatten demnach Bedenken über seine bevorstehende Einschulung.

Unsere Bedenken äußerten wir gegenüber der Direktorin bei diesem Termin und stellten den Antrag auf Rückstellung.

Als sich Arik alleine mit seiner zukünftigen Lehrerin unterhielt, war er sehr verunsichert, er sprach leise, guckte sie kaum an, er fühlte sich einfach nicht wohl und hatte Angst, eventuell etwas falsch zu machen bzw. den Anforderungen nicht gerecht zu werden.

Auf die abschließende Frage, ob er gerne in die Schule gehen würde, antwortete er jedoch mit einem "Ja".

Natürlich wollte er in die Schule.

Hauptgrund war, dass sein großer Bruder ja auch schon dort war und auch Arik zu den "Großen" gehören wollte.

Die Schuluntersuchung, die dann im März folgte, absolvierte Arik erfolgreich, allerdings fiel der Ärztin dort auch auf, dass er wesentlich schüchterner war, als andere Kinder und sich in der Situation sehr unsicher und unwohl fühlte.

Auch dort äußerten wir unsere Bedenken und baten die Ärztin, die Rückstellung unseres Kindes ebenfalls zu befürworten.

Unserem Antrag wurde stattgegeben, worüber wir sehr froh und erleichtert waren.

Im Vorfeld wurde gerade im näheren Umfeld viel darüber erzählt und diskutiert, dass man unbedingt ein psychologisches Gutachten haben müsse, oder gravierende Probleme des Kindes anbringen müsse, um eine Rückstellung genehmigt zu bekommen.

Das kam für uns nicht in Frage.

Wir vertraten unseren Standpunkt, dass wir als Eltern unser Kind am besten kennen und ihm durch unsere Entscheidung einen bestmöglichen Start in diesen neuen, langen und wichtigen Lebensabschnitt ermöglichen wollen.

Wir wussten, dass Arik durch ein Jahr mehr Zeit gefestigt werden und ein viel besseres Selbstbewusstsein für den späteren Stand in der Klassengemeinschaft erlangen würde.

Auf keinen Fall sollte unterschätzt werden, wie viel Kraft bereits ein kurzer Schulvormittag einen Schulanfänger kostet. Es sind eine Menge neuer Eindrücke zu verarbeiten (neue Mitschüler, fremde Lerninhalte, neue Bezugspersonen, ein anderes Umfeld, usw.).

Die Kita hat unsere Meinung darüber genauso geteilt und uns in unserem Entschluss bestärkt und unterstützt.

Als Arik sich ein Jahr später erneut bei der Schulanmeldung vorstellte, war er selbstbewusst, sprach laut und deutlich, guckte seine Lehrerin an und lachte mit ihr.

Er hatte einfach Spaß!

Das fiel auch der Direktorin sofort auf und spätestens dann war Allen klar, dass das die absolut richtige Entscheidung in unserem Fall war.

Nun liegen die ersten Schulwochen hinter uns.

Arik hat sich gut eingewöhnt und schon viel Neues gelernt.

In der ersten Ferienwoche der Herbstferien besuchte er nun seine ehemalige "Kita Spatzennest" als Gastkind und er genoss diese Zeit, in der er wieder diese familiäre und behütete Atmosphäre erleben konnte!

Sandra Wieding